Pewola & Fragjanur von R. Enskat

Tresentalk

Es ein Buffet ihrer Marotten, das die beiden Protagonisten vor uns ausbreiten, und es war köstlich. Der adipöse und exlinke Knuddelbär Fragjanur hadert nicht, seine Weltanschauung, gewonnen aus den Erfahrungen seiner bewegten Jugend, mit dem schwulen (oder doch nur bi ?) ehemaligen Popper, mit nicht minder interessanten Episoden, darzulegen. Sind es feinsinnige Dialoge mit Texten aus einem wohl überlegten Drehbuch? – NEIN!
Die beiden wirken wie eine Harmonie aus Gegensätzen, fast schon ein Oxymeron. Aus einem harmlosen Smaltalk am Tresen, und der Interaktion mit ihrem Publikum, entwickelt sich eine Talkshow, die immer wieder mit Höhepunkten in Slapstikmanier überrascht.
Für die Zuschauer ist es als säßen sie mit in der tabulosen Theke. Kein Thema ist peinlich oder nimmt Rücksicht auf Befindlichkeiten von Minderheiten. Hier wird nicht rumgeschwurbelt und sanft ein heikles Thema umschrieben.

Hier muss wieder ein „Mann“ an die Spitze der Regierung! (nichts gegen Frauen), Veganener sind Heuchler oder verrückt, wir bekennen uns zum Alkohol als Rauschmittel, der Jäger ist nötig für den Erhalt des Tierbestandes, Schwule bauen tolle Flughäfen und einzelne Zuschauer werden gedisst, weil sie sich alles merken, als müsse es in Stein gemeißelt werden.

Ja,  dieser Tresentalk erinnert mich an den Eppendorfer Grill mit Ditsche. Aber leider hat dieser Talk ein grosses Manko, denn in meiner Phanthasie beobachte ich den Intendanten des NDR und höre ihn in der Redaktionsrunde die Frage stellen:“Warum läuft diese Sendung nicht bei uns?“
Ich würde ihm zustimmen, denn die beiden (Pewola & Fragjanur) haben ein grösseres Publikum verdient. Aber das ist nur meine Meinung.

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