Nazi Zeiten

Mein Mutter stammt aus einer Familie mit 14 Kindern. Die Zeiten waren so, eines fürs Kindbett, eines für den Kaiser (Soldat) und eines für Gott. Ihr Onkel war Pfarrer und eine Schwester wurde Nonne. 
Sehr christliche Sippe.
Als Direktor einer Mädchenschule musste er für Schülernachwuchs sorgen als Steckenpferd verfasste er Gedichte und Geschichten. Gott sei Dank ist er in meinem Geburtsjahr gestorben. So blieb ich seinem Bewußtsein fern. Einen Deppen als Enkel zu haben der ständig über seine Muttersprache stolpert hätte er nicht ertragen.
Sein Bruder, der Pfaffe war auch so ein Kalieber. Wenn er Sonntags durch seine Gemeind stolzierte erwartete er mit Kuchen und Früchten, im Gegenzug zu seinem Segen, beschenkt zu werden. Und wenn etwas besonders duftete, lies er meine Mutter, die seinen Haushalt machte, klingeln und vorsprechen (fragen). Er war schon ein selbsherrlicher Gockel.
Eins aber rechne ich ihm hoch an. In der Nazizeit predigte er von der Kanzel:“Unsere Jugend ist unter die Räuber gefallen!“.
Bis die Herren in langen Ledermänteln in seiner Sakristei standen.
Er wettert derart mit dem Schwert Gottes (Bibel) auf sie ein, bis sie abzogen.

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